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News // Neues aus der Telekommunikationsbranche

Neues aus der Telekommunikationsbranche

Bald sprechen nur noch Bits und Bytes

Die Umstellung auf IP-Telefonie seitens der Telekom ist in vollem Gange. Seit geraumer Zeit werden die Kunden über das bevorstehende Ende ihres Analog- oder ISDN-Anschlusses informiert. Die Anschreiben erfolgen nach Angaben des Unternehmens in mehreren Wellen. In Mazedonien hat die Telekom bereits die Digitalisierung ihres Netzes vollzogen und alle Leitungen komplett auf IP-Technologie umgestellt. Die Slowakei, Kroatien, Montenegro, Ungarn, Rumänien, Griechenland und Deutschland folgen. Hierzulande sind 20 Millionen Kunden betroffen: Bis spätestens 2018 will die Telekom alle auf die neue Technik umstellen.

Die wichtigsten Fragen zur IP-Umstellung haben wir für Sie zusammengefasst.

IP Umstellung

Warum die Umstellung auf IP-Telefonie?
Was sind die Vorteile der IP-Telefonie?
Was sind die Nachteile der IP-Technologie?
Muss ich schon jetzt wechseln?
Welche Alternativen gibt es?
Ist der Wechsel auf die IP-Technologie kostenlos?
Brauche ich einen neuen Router?
Ist der Ersatzrouter kostenlos?
Brauche ich ein neues Telefon?
Was passiert bei rein analogen Anschlüssen?
Gibt es einen kostenlosen Installationsservice?

 

Warum die Umstellung auf IP-Telefonie?
Alles über einen Kanal - egal, ob Internet, Telefonie oder Fernsehen. Das ist der Wunsch der Telekom. Für die Telefonie ist das hierzulande noch nicht vollends realisiert - über sieben Millionen Kunden sind auf die Voice over IP-Technologie derzeit umgestellt. Das bedeutet: Sie telefonieren zuhause nicht mehr übers Festnetz, sondern über die Internetleitung. Die Telekom sagt, die neue Technik bringe mehr Leistung, Kapazität und Benutzerfreundlichkeit. Das Unternehmen kann das Netz effizienter nutzen und muss das alte, nach eigenen Angaben störanfällige leitungsgebundene Analog- und ISDN-Netz nicht mehr warten.


Was sind die Vorteile der IP-Telefonie?
Auf technischer Sicht: Beim digitalen ISDN und der analogen Telefon-Technik wurde ein Teil des Netzes leitungsgebunden nur zur Sprachübertragung genutzt. Die Bandbreiten blieben belegt, obwohl diese nicht immer benutzt wurde. Aus technischer Sicht ist das ineffizient. Fortschrittlicher ist die IP-Technik: Die Nutzung erfolgt paketgebunden für verschiedene Internetkommunikation - wird die Bandbreite nicht in Anspruch genommen, steht sie für alternative Anwendungen zur Verfügung. Außerdem kann die Telekom Kosten sparen, weil die IP-Netze zentralisiert aufgebaut werden können und weniger Vermittlungsstellen nötig sind. Vorteile aus Sicht des Kunden: Es gibt zum Beispiel zwei Sprachkanäle, über die gleichzeitig telefoniert werden sowie wahlweise drei Rufnummern, die der Kunde über seinen Router administrieren kann. Das Smartphone kommt außerdem als zweites Telefon in Frage, weil Telefon-Apps es als IP-Telefon am Router anmelden und damit Anrufe durchstellen können. Rufweiterleitungen oder auch Rufsperren können selbst vorgenommen werden. Rufnummern können für Kurzwahlen einzelnen Tasten zugewiesen werden. Die Sprachqualität wird gegebenenfalls besser, wenn beide - Anrufer wie Gesprächspartner - per IP telefonieren und der Anbieter die sogenannte HD-Telefonie unterstützt. Auch die Telefone müssen dafür ausgerüstet sein. Beim Telefon erkennt man das an der Unterstützung für den hochwertigen G.722-Codec.

Was sind die Nachteile der IP-Technologie?
Telefonie, Internet und Fernsehen über eine Leitung, das heißt auch: Ein Ausfall - und nichts geht mehr. Wer noch einen Festnetzanschluss besitzt, kann dagegen weiter telefonieren, auch wenn es zu einem Strom- oder Netzausfall kommt. Durch die Umstellung auf IP-Technologie sind bei solchen Ausfällen Notrufe nur noch per Mobilfunk möglich. Ob eine Alarmanlage oder der Hausnotruf auch per IP funktioniert, sollte man mit dem Dienstleiter klären. Weitere Nachteile betreffen die nötige Hardware und die notwendige Neuinstallation.


Muss ich schon jetzt wechseln?
Seit geraumer Zeit informiert die Telekom ihre Kunden über den Wechsel auf IP-Technologie. Dabei hätten die Kunden viereinhalb Monate Zeit, über das entsprechende Wechselangebot nachzudenken, heißt es bei der Telekom. Die Kunden haben die Wahl: Sofortiger Umstieg auf die neue Vermittlungsart oder Vertragslaufzeit ausnutzen und dann den Anbieter wechseln. Denn letzteres wird notwendig, wenn man den Umstieg auf die IP-Technologie nicht einschlägt: Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen schreibt, dass auch die Telekom das Recht auf ordentliche Kündigung hat.


Welche Alternativen gibt es?
Die meisten Provider setzen bereits auf IP-Netze, mieten zum Beispiel Kapazitäten der Telekom an und vermarkten diese. Trotzdem gibt es noch Alternativen zum reinen IP-Anschluss: die Provider Versatel etwa oder das Oldenburger Unternehmen EWE Tel. Wer noch einen analogen Anschluss oder einen ISDN-Anschluss sucht, sollte bei diesen oder anderen lokalen Anbietern anfragen, ob eine Schaltung am Standort möglich ist. Allerdings: Die Anschlüsse sind teurer und bieten nicht mehr die Geschwindigkeiten der All-IP-Leitungen.


Ist der Wechsel auf die IP-Technologie kostenlos?
Ja, die Telekom, aber auch andere Anbieter berechnen keine Bereitstellungsgebühr für einen Wechsel von Analog- oder ISDN-Telefonie auf Voice over IP. Neukunden der Telekom dagegen zahlen 70 Euro für die Schaltung des Anschlusses.


Brauche ich einen neuen Router?
Router, die für IP-Telefonie taugen, unterstützen den Annex-J-Standard. Alte Router bringen dieses Merkmal in der Regel nicht mit und müssen ausgetauscht werden. Einen Routerzwang, also eine Verpflichtung, Hardware bei dem Provider zu kaufen, gibt es bei der Telekom nicht.


Ist der Ersatzrouter kostenlos?
Der neue Router steht bei vielen Providern direkt zur Miete oder zum Kauf zur Auswahl. Anders als bei Analog-Anschlüssen ist kein Splitter mehr notwendig, um das Heimnetzwerk aufzubauen - das Telefon wird direkt mit dem IP-fähigen Router verbunden. Per Einmalkauf ist der Router meist günstiger als die Miete über einen Zeitraum. Wie jedoch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen schreibt, ist der Vorteil eines Mietgeräts, dass die Telekom auch nach der Gewährleistungsfrist von zwei Jahren für die Reparatur oder den Austausch aufkommt.


Brauche ich ein neues Telefon?
Nein. Der mit dem Telefon verbundene Router digitalisiert die Sprachdaten, sollte ein altes analoges Gerät vorliegen.


Was passiert bei rein analogen Anschlüssen?
Bei diesen Anschlüssen, die ausschließlich im Rahmen eines alten Telefonie-Tarifs gebucht wurden, erfolgt die Umstellung automatisch direkt in der Vermittlungsstelle. Die Kunden bemerken nichts von der technischen Umstellung.


Gibt es einen kostenlosen Installationsservice?
Die Verbraucherzentralen fordern diesen. Begründung: Die Betroffenen müssen zwangsweise auf IP-Technologie wechseln, wollen sie nicht gekündigt werden. Die Telekom kommt dem bisher nicht entgegen, sondern berechnet 99 Euro für die Installation.


Quelle: Netzwelt.de